Wechseljahre oder die neue Leichtigkeit

Auf meiner Reise nach Innen, die ich zu Beginn dieses neuen Jahres angetreten habe, hatte es sich schon abgezeichnet: nichts bleibt so, wie es ist.
Die Sterne standen in einer besonderen Konstellation und verhiessen Neuanfang und Neuordnung – der zweifache Vollmond im Januar begrüsste das neue Jahr mit grosser Kraft.

Auch ich verspürte dieses Knistern unter der Haut. Meine Sensoren standen (nicht nur bedingt durch die Rise up and Shine University) unter Dauerfeuer.
Etwas fühlte sich anders an.
Die Welt? Ich?

Vor ein paar Wochen habe ich mich dann von meinen blonden Haaren getrennt.
Was ich erst behutsam mit langsamen Übergang ändern wollte, wurde dann zu einem lustvollen, spontanen Cut: alles ab, was Blond war!
Ich wollte ab jetzt zu meiner echten Haarfarbe stehen – keine Chemie mehr auf dem Kopf.
Zeigen, wer ich wirklich bin. Ich.

Und dann fiel mir auf: was sich wie ein innerer Befreiungsschlag anfühlte, war in Wahrheit ein Prozess, den mein weiser Körper schon seit Längerem angestossen hatte!
Seit Wochen schlief ich schlecht.
Zwar fiel ich mit bleierner Müdigkeit abends in’s Bett, jedoch lag ich oft nachts wach.
Mir war dann abwechselnd heiss und kalt. Ich zog mich an. Und wieder aus.
Tagsüber bekam ich öfter mal ein heisses Gesicht. Oder musste barfuss im Haus laufen.
Und meine Regel hatte sich mit dem zweifachen Supervollmond auch verabschiedet.

Ihr ahnt schon, was kommt. Oder?

Mein Körper ist in Aufbruchstimmung und steuert auf die Wechseljahre zu.
Leise schleichen sich die jungen Jahre davon. Zaghaft sehe ich im Spiegel, wie die vergagenen Jahre ihre Spuren in meinem Gesicht hinterlassen haben.
Interessiert beobachte ich dieses neue Schwingen in mir. Das heitere Wissen. Die neuen Falten.

Ich freue mich auf die neue Leichtigkeit. Das neue Bewusstsein, nicht mehr jung sein zu müssen in einer Welt, die scheinbar nur aus Jugendlichkeit, prallen Brüsten und  Hinterteilen besteht.
Kaum eine Frau ist noch so, wie sie eigentlich ist, denn die Glamourpresse und Kosmetikindustrie zeigt es ihnen überdeutlich:
man trägt Extensions und Wimperverlängerungen. Die Augenbrauen sind dank Microblading dicht und gleichmässig, die Haut dank immer neuen Cremes jugendlich straff.
Nur irgendwann kommt der Moment, da IST der Körper einfach nicht mehr jung.
Er stellt sich um und steuert in eine neue aufregende Phase.

Die erste grosse Umstellungsphase, die wir alle durchleben, ist die Pubertät. Ja, zugegeben, wir alle haben sie im Nebel der neuen Körperfunktionen und Kinowelten im Kopf erlebt. Von BEWUSSTEM Durchleben kann da wirklich nicht die Rede sein.

Und genau DAS finde ich jetzt gerade einfach nur wunderbar.
Ich kann GANZ GENAU spüren, was sich tut.
Mich im Spiegel ansehen und mit Liebe betrachten, was ich sehe.
Lächeln, wenn’s mir mal wieder heiss wird.
Und mein echtes Frausein feiern, wenn andere noch damit beschäftigt sind, ihre Fassade regelmässig auf Vordermann zu bringen.
Ich muss niemandem mehr etwas beweisen.
Ich muss mich nicht ‚jung‘ kleiden und auch nicht ‚altersgerecht‘.
Ich trage DAS, was ich immer schon getragen habe: löchrige Herrenjeans mit Cowboystiefeln. Und ein wissendes Grinsen.

Denn ob die Welt sich jetzt anders anfühlt, ist mir egal.
Wichtig ist, dass ich mir treu bin.
Mein wahres Gesicht zeige.
Und dazu stehe, wer ich bin.

Ich.

 

Bis bald!

Unbenannt

 

 

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s