Achtsamkeit – abgelutscht oder unterschätzt?

Es ist Montag Morgen und die meisten versinken im Chaos und in Augenringen.
Jeden Montag die gleiche Leier.
Die To-Do Liste ist unendlich und das Wochenende liegt gefühlsmässig schon wieder in weiter Ferne.
Vor einem liegt die neue Woche und bei dem Blick in den Kalender graust es einem schon. Arbeiten? Abendtermine? Verabredungen?

Alles verschwimmt zu einem Brei.
Man steht morgens auf, kommt abends nach Hause und geht in’s Bett.

Dazwischen begegnet einem oft das Schlagwort ACHTSAMKEIT.
Meistens in Verbindung mit fernöstlichen Hintergründen, dicken Buddhas, Menschen mit huldvollem Lächeln.
Achtsamkeit scheint abstrakt und nicht greifbar – auch wenn sich mittlerweile jedes Wochenend-Käseblatt damit beschäftigt. Doch trotz der vielen Artikel bleibt der schale Geschmack eines Lifestyle-Trends. Wirklich beeindruckt zeigen sich davon die Wenigsten.

Aber was ist Achtsamkeit denn nun?

Achtsamkeit ist eine Qualität des menschlichen Bewusstseins, eine besondere Form von Aufmerksamkeit. Es handelt sich dabei um einen klaren Bewusstseinszustand, der es erlaubt, jede innere und äußere Erfahrung im gegenwärtigen Moment vorurteilsfrei zu registrieren und zuzulassen. Mit zunehmender Achtsamkeit reduzieren sich gewohnheitsmäßige automatische und unbewusste Reaktionen auf das gegenwärtige Erleben, was zu einem hohen Maß an situationsadäquatem, authentischem und selbstbewusstem Handeln führt.

(Zitat: https://dfme-achtsamkeit.de/was-ist-achtsamkeit-wirkung/)

Das heisst im Klartext: Achtsamkeit ist eine Praxis, die uns nicht mehr im Alltagsbrei leben lässt. Ein Bewusstseinszustand, der es uns ermöglicht, unser Leben bewusst zu gestalten und zu geniessen.

Und woher kommt Achtsamkeit?

Die Achtsamkeitspraxis hat ihre Wurzeln in der zweieinhalbtausend Jahre alten ‚Satipatthana-Sutra‘ der buddhistischen Lehren. Der Medizinprofessor Jon Kabat-Zinn erkannte den Wert der darin enthaltenen Meditationen für unser Leben im 21. Jahrhundert und entwickelte 1979 aus diesen Übungen ein medizinisches systematisches Programm zur Stressbewältigung, das unter dem Namen MBSR (Mindfulness-Based Stress Reduction = Stressbewältigung durch Achtsamkeit) bekannt ist. Inzwischen unterstützen weltweit immer mehr Menschen mittels dieser Achtsamkeitspraxis eine umfassende gesunde Lebensführung.

(Zitat: https://dfme-achtsamkeit.de/was-ist-achtsamkeit-wirkung/)

Schön.

Wer bis hier hin gelesen hat, weiss immer noch nicht so genau, um was es im Alltag geht. Zu fest sitzen die vorgefertigten Bilder im Kopf, wenn es um fernöstliche Lehren geht. Und dann fragt man sich ja sowieso, ob man am Ende nicht noch zum Buddhismus konvertieren muss.

Mit dem Themenfeld ACHTSAMKEIT verhält es sich ein bisschen so wie mit YOGA.

Da kursieren auch die wildesten Vorurteile, was man als Yogi tut und was nicht. Und vor allem gilt landläufig die Meinung: wer nicht diese fancy Positionen aus den Hochglanzillustrierten schafft (und nicht auch noch mit einer Wahnsinnsfigur eine von diesen hippen Yogaleggings trägt), der macht eigentlich gar kein Yoga.

Die Wahrheit dahinter ist: Yoga findet meistens in durchgepupsten Schlabberhosen mit Normalofiguren statt. Und die Highend-Positionen sind Nebensache.

Bei der Achtsamkeit ist es genauso, denn achtsam leben heisst nicht, wie in Stein gemeisselt stundenlang im Lotussitz zu verweilen, während sich der Grad der Erleuchtung daran ablesen lässt, ob Du es schaffst, beide Füsse auf die Oberschenkel zu legen.
Achtsam leben heisst, sich mal mit einem Kaffee oder Tee nach draussen zu setzen und zu lauschen. Auf die Vögel. Auf den Lärm der spielenden Kinder. Oder auf die Stimme in Deinem Herzen.
Es heisst verstehen, dass man der Schöpfer seines Lebens ist und die Dinge formen kann. Mann kann sich Morgenroutinen ausdenken, die einen sanft in den Tag gleiten lassen. Oder abends unter der Dusche singen, weil es gut tut und den Stress des Tages abfallen lässt.
Achtsamkeit heisst beobachten.
Sich spüren.
Wie fühle ich mich gerade? Und warum war ich gerade unfreundlich, obwohl mir mein Gegenüber keinen Anlass dazu gegeben hat?
Achtsamkeit heisst aber auch, andere zu sehen.
Sie wahrzunehmen. Und ihnen Verständnis zu schenken.
Denn sie stehen genauso wie Du in einem turbulenten Leben voller Anforderungen, Gefühlen und Hürden.

Klar, man kann sich jetzt kopfsprungartig in die verschiedenen Techniken der Achtsamkeitspraxis vertiefen.  Seminare besuchen und ehrgeizig der Glückseligkeit entgegen streben.
Man kann aber auch eins tun: mehr lächeln. Mehr nach oben in den Himmel und die Wolken schauen. Wohlwollen mit sich und anderen üben.
Scheuklappen mal beiseite legen und sich ab uns zu was trauen – Komplimente machen oder Fremden helfen.
Man kann sich den ollen Montag Morgen vornehmen und ihn einfach neu stricken. So, wie er sich für Dich gut anfühlt – ohne Chaos und ohne Augenringe.

 

Bis bald,

Unbenannt

 

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