Stille zulassen

Es war wie jeden Dienstag.

Auf dem Rückweg vom Tanztraining sass ich mit dem grossen Kind im Auto. Ich hatte gleich gespürt, dass er nicht reden möchte.
Dass er lieber aus dem Fenster schauen will und seinen Gedanken nachhängen möchte.

Im Hintergrund lief eine CD mit Mantra Musik – am Fenster huschten Wiesen, Felder und Ortschaften vorbei. Wir waren allein im Auto. Nur wir zwei.

Als ich nach rechts blickte, sah ich, dass seine Lippen tonlos das Mantra mitsangen. Seine Handflächen lagen nach oben geöffnet auf seinen Oberschenkeln und über sein vom Tanzen gerötetes Gesicht huschte ein kleines Lächeln.
Ich spürte die Wärme, die von ihm ausging. Und dass er gerade diesen einen, kostbaren Moment genoss.
Den Augenblick, an dem in unserem sonst so turbulenten Alltag die Zeit kurz still steht. Den Moment, an dem nur der eigene Atem wichtig ist und sich das Tor zum inneren Frieden öffnet.

Ich fuhr ohne Worte weiter. Denn auch ich sprach leise die Worte des Mantras und verband mich in der Stille mit meinem Kind.

Stille, die man zulassen – ja, einladen darf.
Stille, die uns zu uns zurück führt.

Als wir zu Hause auf unsere Einfahrt fuhren, suchte sein Blick kurz meine Augen.
Er lächelte. Und mit einem leisen ‚Danke‘ stieg er aus dem Auto.

 

Bis bald,

Unbenannt

 

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