Abschied

am

Viele haben es gar nicht so mitbekommen – der Shop ist geschlossen und alle ‚Mala-relevanten‘ Bilder sind (weitestgehend) verschwunden.

Zuerst habe ich gedacht, einen ‚grossen‘ Abschied kommunizieren zu müssen. Denn das Loslassen erschien mir leichter mit etwas Offiziellem.
Mit öffentlichem ‚Goodbye‘ und ja, auch ein bisschen mit ‚fishing for compliments‘, wenn Kunden auf meine Shopschliessung mit Bedauern reagieren.
Mein Ego war da ziemlich laut – denn immerhin ging es nicht nur um die Schliessung meines Shops, sondern auch um die Komplettaufgabe meiner Malawerkstatt. Das Loslassen der schönen Kundenbeziehung. Das Loslösen vom kreativen Prozess.
Das Verabschieden von DEM, worüber ich mich in den letzten Jahren definiert habe.

Mein Herz sprach etwas anderes.
Denn was ist das laute Tamtam nach aussen schon wert, wenn die Entscheidung im innen – ganz leise – getroffen wird?
Was bringt es mir, noch einmal auf diesen Schritt hinzuweisen?

So habe ich mich entschlossen, alles unauffällig und im Hintergrund aufzulösen. Langsam und bedächtig. Ganz für mich.
Beinahe war ich kurz davor, auch HIER den Stecker zu ziehen – so sehr war ich im Ablösungsprozess und so sehr erschien mir alles möglich.

Es ist immer schön, einen Beruf nach aussen zu tragen, der die eigenen Einstellungen, Auffassungen und Neigungen sichtbar macht. Gerne habe ich von meiner Malamanufaktur erzählt, denn damit wurde ja auch klar, dass ich spirituell tief verankert bin.
Nur was nützt die Spiritualität, wenn sie Bestätigung von aussen braucht? Wenn ich sie von anderen feiern lassen muss?
Jeder kennt dieses Phänomen von den sozialen Medien. Und hier ist ‚Sich feiern lassen‘ nicht nur auf die Spiritualität bezogen – hier ist sie grenzenlos.
Egal, ob es um sportliche Erfolge oder besondere Ernährungsweisen geht – hier lässt man sich feiern und bewundern. Likes und entsprechende Kommentare gehen runter wie Öl und spornen noch mehr an.

Die Frage ist doch: mache ich Yoga, koche ich gesund oder mache Sport, um mich dabei zu fotografieren und später die entsprechenden Jubelkommentare einzuheimsen?
Oder hat das alles für mich auch eine tiefe Bedeutung, wenn keiner zusieht? Wenn keiner reagiert? Wenn keiner mit ‚Woooooooow‘ antwortet?

Ich bin jetzt schon einige Zeit in den sozialen Medien unterwegs. Ich habe Freundschaften gefunden und mein Wissen erweitert. Ich wurde inspiriert und habe mich zwanglos mich gleichtickenden Menschen vernetzt.
Mit Freude habe ich andere an meinem ‚mindfullen‘ Leben teilhaben lassen, aber seit einiger Zeit mehren sich für mich Aspekte, die mich immer wieder von dem ablenken, was ich wirklich und von ganzem Herzen möchte:

mich entwickeln. Mich lieben. Meinen Beitrag für diese Welt leisten.

Mit Hilfe von Sozialen Medien kann ich zeigen, welchen Weg ich letztenendes in mir gefunden habe – aber DEN WEG finde ich durch sie nicht.
Diesen entdecke ich nur ganz tief in mir drin.

So habe ich also diesen unspektakulären Abschied genutzt, um meine Energien auf andere Themenbereich in meinem Leben zu lenken.
Andere, die mehr Aufmerksamkeit benötigen und die nachhaltig mein Leben in eine andere Richtung lenken werden!

Bis bald,

Unbenannt

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