Zurück in’s Leben

am

Der zurückliegende Sommer war endlos.
Endlos warm. Endlos sonnig.

Aber auch endlos ungewiss.

Nachdem ich kurz vor den Sommerferien überraschend einen Stop im Krankenhaus einlegen musste, fuhren wir mit gemischten Gefühlen in unseren Urlaub.
Er war schon lange geplant und ebenso lang herbei gesehnt – um nichts in der Welt hätten wir ihn absagen wollen.
Doch leider halfen alle guten Absichten nicht – wir mussten früher abreisen, denn Schmerzen brachten mich um den Schlaf und fast um den Verstand.

Zurück zu Hause war ich zwar wieder unter ärztlicher Beobachtung – aber ich zählte die Tage, bis ich endlich zu meiner Rheumatologin gehen konnte, denn Termine bei Spezialisten sind rar und entsprechend lange die Wartezeiten.

Vier Wochen vergingen, bis ich dann endlich einen Termin für ein MRT hatte. Mittlerweile wurden mir schon Opiate verschrieben. Ich nahm Kortison ein und spritze seitdem ein Immunsuppressivum, welches die Aktivität meines Immunsystems herunterfährt.

Das Ergebnis war ernüchternd und frustrierend:
zu meinen drei gesundheitlichen Grossbaustellen (zwei davon sind Autoimmunerkrankungen) kristallisierte sich ein weiterer akuter Herd aus dem Lager der Autoimmunerkrankungen heraus:

die Gelenke zwischen Kreuzbein und Darmbein (übergang von Wirbelsäule zu Becken) sind dauerhaft rheumatisch und vor allem degenerativ entzündet. Es drohen chronische Schmerzzustände und – was in meinen Augen noch viel unangenehmer ist – diese Entzündung (Sakroiliitis genannt) ist die Vorstufe zu Morbus Bechterew.

Nach dem Sommer voller Schmerzen konnte ich diese Botschaft nur schwer verkraften.

Ich habe tagelang damit verbracht, mich zu informieren. Mich mit Chancen und Aussichten zu befassen.

Mich zu entscheiden, ob ich mich der Krankheit ergebe oder zumindest mit ihr Leben können will.

Dank meiner Medikamente habe ich wieder einen klaren Kopf. Ich bin zwar nicht schmerzfrei und das Ausschleichen des Kortisons macht sich leider auch bemerkbar – aber ich bin in meinem Denken und Handeln nicht mehr von den Schmerzen fremdbestimmt und DAS macht einen grossen Unterschied.
Denn ich konnte mich lange Zeit nicht mal mehr auf das Knoten meiner Malas konzentrieren – zu sehr haben die Schmerzen an mir genagt.

Und jetzt? Wie geht es weiter?

In der kommenden Woche geht es wieder in die Rheumapraxis. Hier wird besprochen, wie die weitere Therapie aussieht und wie mir grössere Schmerzen erspart bleiben.
Ich merke, dass mein Körper bis hier hin bereits abgebaut hat und umso wichtiger wird es jetzt sein, ein gutes Bewegungskonzept auszuarbeiten, welches mir ein aktiveres Leben ermöglicht.

Ihr könnt mir glauben, dass meine gesundheitliche Achterbahn mich immer wieder ziemlich durchrüttelt. Und manchmal fällt es mir auch schwer, mich auf das Gute im Leben zu besinnen. Und mir die Tränen zu verkneifen, wenn ich Unwissenden erklären muss, warum ich dies, das und jenes nicht mehr kann.
Ich versuche dann, möglichst salopp ein paar Informationen herunter zu leiern – aber WER will denn schon die ganze unschöne Wahrheit hören, wenn er ‚Und wie geht’s Dir denn so?‘ fragt?

Über allem gibt es dann aber EINEN wichtigen Satz, den ich JEDES MAL sage:

Ich möchte wieder zurück in’s Leben.

Und genau DAS ist mein Plan.

 

 

Bis bald!

Unbenannt

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s