Das Ende der Persönlichkeitsentwicklung – Teil 2

Hatte ich versagt? War ich plötzlich nicht mehr gut genug für das Thema ‚Mindfulness‘?

Man stelle sich eine riesengrosse, schillernde Party mit all‘ jenen Branchen vor, die annähernd mit dem Themenfeld ‚Persönlichkeitsentwicklung‘ zu tun haben:

Coaches, Yogalehrer, Speaker, ganzheitliche Ernährungsberater, Spirituelle Leader.

Alle unterhalten sich über die besten Tools zur Achtsamkeit. Zur Spiritualität. Zur Selbstfindung. Bullet Journal? War gestern. Podcasts? Machen auch gefühlt gerade alle. Mantra singen? Nur was für Freaks. Motivationsevents? Online-Kurse?

Bei EINEM sind sich alle einig:
Ohne den ganzen Klimbim gehts nicht. Denn DAS zeigt ja schliesslich, dass man an sich arbeitet. Oder nicht?

Ich bin jetzt schon relativ lange im ‚mindful business‘.
Habe ein paar Yogajahre auf der Uhr. Meditiere. Schreibe phasenweise Tagebuch. Habe meinen kleinen Hausaltar. Besuche Mantrakonzerte. Lese Bücher zu dem Thema.
Im letzten Jahr habe ich noch eins drauf gesetzt:
‚Persönlichkeitsentwicklung‘ sollte die Bereiche upgraden, die gefühlt durch Spiritualität allein nicht erreicht wurden.
Denn nach wie vor bin ich davon überzeugt, dass der Sinn des Lebens im WACHSTUM eines jeden besteht – egal wie alt. Egal, in welcher Lebenssituation.

Nur warum konnte ich auf einmal die mir altbekannten Tools einfach nicht mehr anwenden? Was verweigerte das alles?

Ein paar Tage, bevor ich meinen ersten Post zu diesem Thema schrieb, sass ich morgens im Auto. Ich hatte gerade die Kinder an der Schule abgesetzt und war auf dem Weg zu meinem Job.
Den Weg dorthin nutze ich, um mich auf den Tag einzustimmen. Entweder höre ich mein Herzensmantra oder ich unterhalte mich mit dem Universum (Manche nennen es beten. Manche sagen dazu ‚Selbstgespräch‘).

In der Vergangenheit habe ich die Erfahrung gemacht, dass solche Gespräche (hier kommt es auch darauf an, dass man sie hörbar spricht. Sich also reden hört) grosse Kraft besitzen – denn das Formulieren, das Aus-Sprechen hat immer etwas verblüffend Wahres in sich und hat mir so manches Mal eine Erkenntnis gebracht, die ich vom blossen „Daraufrumdenken‘ nicht gehabt hätte.

Seit Tagen trug ich schon die Frage in mir, warum ich in den letzten Wochen in meinen Augen so versagt hatte. Der Zweifel nagte tief und ich war froh, als die Worte an jenem Morgen zu sprudeln begannen.

Du brauchst das alles überhaupt gar nicht. Deine Seele ist stark genug und weiss so viel mehr als Du denkst.

Welcher Kraft gab ich da meine Stimme? Ich war erschrocken. Das klang abgehoben.
Aber ich wusste, dass ich weiter reden musste.
Ich fragte mich, ob ich denn nicht meine Vergangenheit aufarbeiten muss, wenn ich wachsen möchte. Meine Kindheit. Enttäuschungen. Oder Lebenskrisen. Muss ich mich denn nicht von den Fesseln meiner Prägungen und Erfahrungen befreien?

Die Antwort war

Nein. Deine Seele ist alt. Sehr alt. Und existiert schon viele Jahre. Und hat vieles auf ihrer Reise erlebt und gesehen. Sie ist unsterblich und genau aus diesem Grund ist sie so viel kraftvoller, als Du denkst. Ihr ist die Arbeit mit der Vergangenheit nicht so wichtig. Sie lebt im JETZT.

Seit diesem Morgen sind ein paar Tage vergangen. Das Fenster dieses besonderen Augenblicks verschloss sich und zurück blieben meine Worte, die sich unlöschbar verbanden mit dieser morgendlichen Autofahrt über dämmrige Felder und durch noch im Dunkeln schlafende Ortschaften.
Zurück blieben viele Fragen und ich wünschte mir mit dem Blick auf den Sonnenaufgang, dass diese Autofahrt noch viel länger gedauert hätte.

 

Fortsetzung folgt!

 

Bis bald,

Unbenannt

 

 

 

 

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s